Egisstaðir – seydisfjörður (30 km)

Etappe 34, Übernachtungen 40-42

Angekommen! Island mit 3077 km umrundet. Die Ringstraße ist nur 1350 m lang.

Nur noch eine Herausforderung heute, die 630 Höhenmeter über den Pass nach Seyðisfjörður mit Gepäck. Netto, einer der zwei Großsupermärkte von Egilstadir öffnete erst um 10 Uhr, ich hatte also genügend Zeit, auch die Ereignisse von gestern nachklingen zu lassen. Mit den Tschechinnen habe ich nur noch wenige Sätze gewechselt. Sie mussten bald Weg. Es war aber nett, sie doch noch gesehen zu haben. Ich kaufte richtig „fett“ ein. Schließlich wollte ich in Seyðisfjörður unabhängig sein, Muße walten lassen, auch abschalten. Gitarre spielen wollte ich in Island eigentlich nicht mehr. Nach gestern? Außerdem „schrappte“ mir die dünne E-Saite beim Anspielen beständig, die Ursache war mir – noch – rätselhaft.

Beim Schlagen für die Zuhörer fast unhörbar, beim Zupfen grausam, sodass ich einen Teil meines Repertoires pausieren lassen musste.

Der Seesack mit Gitarre und Proviant wog sicherlich fast 20 kg. Ich war gerade am Zusammenpacken, als mich der musikerfreundliche Wirt herzlich einlud, doch bitte bei ihm im Restaurant zu frühstücken. Er liebe MUSIKER und deswegen würden sie von ihm auch immer unterstützt.

Nach einer halben Stunde war alles verpackt, ich lehnte das „Lastrad“ an die Caféwand und trat in Haldurs Reich ein. Ach deshalb jubelte man mir gestern auch im Rücken, aus den Fenstern heraus zu!, verstand ich jetzt. Es waren die Fenster des „Langhauses“ in dem hauptsächlich das Hostel lag. Zwar waren vor mir schon viele Frühstücksgäste dagewesen, aber es war noch übergenug an Köstlichkeiten für mich vorhanden. Haldurs Liebe zur Musik ließ sich auch an dem Interieur seines Hauses ablesen, das im übrigen „recht abenteuerlich“ aber nach dem Prinzip „für jeden Geschmack etwas“ zusammengewürfelt war. Ich aß für Drei, bedankte mich ganz herzlich für die gestrige, ganz besondere, unvergessliche Erlebnisfülle und wünschte ihm für die Zukunft nur das Allerbeste, vor allem im Zusammenhang mit Covid-19…

Mein gestriger „Arbeitsplatz“.
Etwa 65 kg Gepäck, wie ich nach der Rückkehr aus Island ausgerechnet habe, sind hier auf dem „Stóri Karl“ verstaut. Das alkoholfreie Weizen-Bier von gestern, mit ganz besonderem, blumigen Aroma obendrauf: Haldur sagte mir, wo ich es bekommen könnte. Eigentlich wollte ich davon nur zwei Dosen nach Hause mitnehmen. Es gab hingegen „nur“ Zehner-Kartons von alkoholfreiem isländischen BRÍÓ im Laden. Und mein Gepäck war schon bestmöglich verstaut. Und einen Karton aufreißen, das schickt sich nicht. Geht doch!
Stausee auf 600 m Höhe.
Ein Blickfang, der Wasserfall. Aber auch die Nebelwolke die sich gerade zum Sonnen auf die Ortschaft Seyðisfjörður legt…

Gepäck abgeladen, Zelt aufgebaut und alles verstaut, kein Radeln mehr: „ist ja wie im Urlaub“…,

Abends stellte sich in die enge, freie Lücke neben mir ein „sexy Camper“ mit Ben und Agnes aus Lettland. Das werde ich aber erst morgen erfahren haben…