DUrch islands „Südpol“ nach osten Richtung Höfn in die entlegensten und einsamsten gegenden Der vulkaninseln(84 km)

Etappe 27, Übernachtung 31

WAZ VON HEUTE
Fahrradticket. Interessant : Vestmannæyar-Landeyjahöfn übersetzt: Westmännerinseln – Landinselhafen
Der Seljalandsfoss. Man sieht ihn bei guter Sicht schon lange, wenn man von den Westmännerinseln kommend auf die Ringstraße 1 zufährt. Der Fall kann durch einen möglichen Rundgang auch von hinten betrachtet werden.
Vollbeladen. Während der Tour selbst meine ich, samt Reisegitarre (+6kg) jeweils „nur“ etwa 34-44 kg Gepäck mitzubefördern. Dass es aber samt Vollverproviantierung (+15kg) im Schnitt 50-65 kg waren, werde ich erst nach der Reise realisieren. Während der zweiwöchigen 2000km-Tour durch Südskandinavien hatte ich 2008 inklusive meiner Rennskates (+3kg) nur 20kg Gesamtgepäck dabei. Die Anforderungen beider Reisen sind aber kaum miteinander zu vergleichen. Indes: Das Gepäckgewicht, gut verteilt war 2021 äußerst wichtig, um auch höchste Steigungsstrecken nach meiner Art hochkurbeln zu können. Fast 30 kg in beiden Lowridertaschen und der Lenkertasche „erdeten“ das Vorderrad. 40 kg hinten plus mein Körpergewicht vom Sattel aus wirkend verhinderten, dass das Hinterrad auf Schotterstrecken durchdrehte. Mit Fahrradanhänger wären die Steigungen niemals zu schaffen gewesen. Das Rad hochzuschieben („hochzuziehen“ wäre der passendere Ausdruck) ist bei Steigungen, wo selbst die aktivierte Vorderradbremse das Herunterrutschen nicht mehr verhindert, aussichtslos. Jedermann wäre nach 10-20 Schritten aus der Puste.. Im Sattel sitzend, im niedrigsten Gang kurbelnd und bei etwa 3km/h vollkonzentriert balancierend war das – mir jedenfalls – möglich. Auf der Strecke von Djúpidalur nach Flokalundur (Etappe 16) legte ich sogar alle 300 Strecken- und 50 Höhenmeter mehrmals hintereinander „strategische“ Verschnaufpausen von etwa 2 Minuten ein, um mich nicht zu verausgaben und das Tagesziel sicher aus eigener Kraft und ERFAHRUNG zu erreichen. Auf dem Foto zu sehen ist der schwarze, vollbepackte, wasserdichte Seesack, in dem rechts der Gitarrenrucksack und links etwa 10-15 kg Proviant verstaut sind.Darauf platziert sind das Zelt (rot), der Klappsessel(grün) , beide je gut 1 kg schwer. In der wochenlang verwendeten Plastiktüte darauf sind leichtgewichtige Regensachen und wärmere Hose/Weste verstaut, zum schnellen Wechseln, je nach Bedarf.

Etwa 20 km weiter östlich präsentiert sich der Vulkan bei guter Sicht in voller Pracht. Heute nicht.
Hier baute man eine Art Museum, das inzwischen, wohl nicht nur der Pandemie wegen geschlossen ist. Der Hof, zentimeterdick von Asche bedeckt war damals täglich im Fernsehen präsent. Die Leute dort von Touristen ständig genervt. Inzwischen ist der Hype vorbei.

„no drones“, kleine Schilder an den Weidezäunen sind ein weiterer Hinweis darauf, dass man nicht gestört werden will.

Es begann zu regnen. Etwa eine Stunde lang. Ich bog ab zu einem der schönsten Wasserfälle Islands, frühstückte dort nach 50 Kilometern, weil der Regen stoppte.
Ich hatte mit diesem Fall auch noch eine Rechnung offen, übersah ich doch vor 5 Jahren die vielen schlafenden Trollköpfe, die hier alles bewachen. Zunächst aber sprintete ich die 420 Stufen hoch zum Aussichtspunkt, weil ich dies letztens für nicht erstrebenswert fand. Trotz der vielen Bilder aus verschiedenen Perspektiven, trotz des anderen Namens: Für mich bleibt er der TROLLFALL, weil ich sie heute überall im Gras weiter und weiter entdeckte. Vor 5 Jahren aber keinen einzigen Troll…

Na, lieber Betrachter, haben sie sich Dir schon gezeigt??? Besonders auf den letzten Bildern kam man sie leichter erkennen…

Nach der „Trolltour“ hatte ich Richtung Osten beständigen Gegenwind und beschloss, heute nicht weiter als bis Vik zu fahren, zumal latente Regengefahr bestand. Der 12%-Anstieg direkt vor Vik schreckte mich nicht, es waren nur 130 Höhenmeter zu überwinden. Hier kaufte ich ein( morgen ist Sonntag!) und fuhr zum Campingplatz, bei dem Zeltler unter sich sind, weil die Pkw draußen bleiben müssen. Der Caravan-Camping ist auf der anderen Platzhälfte „unter sich“…

Vik ist insofern auch interessant, als dass es hier nur schwarze Küstenabschnitte gibt. Und schwarze Wellen. Besonders erwähnenswert ist vielleicht auch, dass sich östlich und westlich des Ortes zwei Landzungen um das Privileg streiten, der südlichste Punkt, der „Südpol“ Islands zu sein.
Je nachdem, welcher Gletscherfluss mehr Geröll oder Lavaschutt ins Meer trägt, ist mal der eine, mal der andere Zipfel weiter südlich gelegen.

Da es immer wieder mal aufs Zelt regnet, gibt es heute wohl kein Abendkonzert.

Gesamtkilometer: 3427