Westmännerinseln/„urlaub“/Radeln(11 km)/ Abendkonzert mit ivAn Mendez

Bericht I: Papageitaucher „satt“gesehen: genau zweistündiger „Morgenspaziergang“

Bericht II: Das unerwartet entstandene Lavafeld von 1973

Mit der „richtigen“ Kamera habe ich natürlich noch viel schärfere Fotos machen können. Die werde ich nach der Reise nach und nach nachliefern und viele der zZt. platzierten Bilder entfernen…

Das unerwartet entstandene Lavafeld von 1973

Im Januar 1973, aus heiterem Himmel, brach ein neuer Vulkan aus, auf den Westmännerinseln. Fast alle etwa 4500 Einwohner wurden aufs Festland evakuiert (die Inseln liegen in Sichtweite des Eyafjallajöküll, der bei seinem Ausbruch vor gut 10 Jahren über Wochen praktisch den gesamten europäischen Flugverkehr lahmlegte). Niemand kam 1973 zu körperlichem Schaden. Der Vulkan wütete ein halbes Jahr lang, vernichtete etwa 400 Wohnhäuser. Lavamassen bewegten sich auf den Hafen zu, der verloren schien.   

Eine Gruppe mutiger Männer, so ist zu lesen, installierte eine Art Wasserkanonen, mit deren Hilfe man hoffte, die Hafeneinfahrt vor den Lavamassen zu retten.  

Es gelang, auch weil der Vulkan wieder einschlief. Wie eng es wurde, erahnt man nur an Bord, wenn die kleine, siebenmal täglich zum „Festland“ verkehrende und etwa 50 Fahrzeuge fassende Fähre sich durch die Hafeneinfahrt schlängelt. Kreuzfahrtschiffe, heute war eines angekommen, müssen draußen bleiben. Passagiere werden von dort aus zu Exkursionen in Behelfsbooten an Land gebracht.

Fünf Jahre lang ärgerte es mich, dass ich 2016, beim ersten Besuch der Hauptinsel wegen eines Wetterumschwungs schon morgens, statt nachmittags wegfuhr und damals zwar wenige Papageitaucher sichtete, aber nicht mehr zum Lavahauptfeld radelte, das letztendlich die Inselfläche um mehr als ein Zehntel vergrößerte.

Auch diesmal schienen die Chancen, den Inselkomplex zu besuchen zu schwinden. Bis ich mich entschloss, in den unzugänglichen Westfjorden Islands die Südschleife zu nehmen, bis es mir – wie bei der Fahrt zu Freunden nach Sandgerði, oder beim gestrigen „Windritt“ gelang, ein paar Langetappen zu meistern, dass ich – trotz angekündigter Schlechtwetterlage – zwei Übernachtungen hier fest einplante.

Herrlich, aber auch echt gruselig die heute zweistündige Radtour nach dem Meeting mit den Papageitauchern, bei der ich (also der Radtour) auch kleinste Wanderwege hochkurbelte (der 13%-Anstieg zum Ny Eldfeld/Neuen Lavafeld, gleich zu Beginn,  eher ein Kinderspiel). 

Fast alle Einwohner kehrten übrigens vor 50 Jahren wieder zurück in ihre Heimat, bauten neue Häuser, auch direkt unterhalb des Lavarandes. Die Westmännerinsulaner gelten auf Island als besonders musikalisch und führen das selber auf ihre irischen Vorfahren zurück, die hier vor mehr als 1000 Jahren als Sklaven gebracht wurden…

Warum ich glaubte, auch heute noch Häuserruinen zu finden, weiß ich nicht. Vielleicht sah ich nur zu viele Fotos davon. Vielleicht gibt es sie auch noch irgendwo. Beispielhaft. 

Vielleicht wollte man hier aber auch nicht mehr an die Katastrophe von 1973 erinnert werden.

Ich beendete meine Suche, als ich auf die im letzten Bild dieser Folge ganz unten zu sehende Gedenktafel stieß:

Sinngemäß heißt es:

Wassertal. Bestanden 1925 bis 1973. Unter Lava am 22. März. 40 m tief hier unterhalb…

Jeder mag bei der Bilderfolge eigene Gedanken entwickeln.
(TAGEBUCHEINTRAGUNG vom 30 Juli 2021)

Abendkonzert mit Ivan Mendez(Nachtrag)

Gestern Abend kamen Ivan Mendez und seine Mutter J. Salmina Ingimarsdottir beim Spielen zu mir und wir musizierten zusammen. Er hat eine viel schönere Stimme als ich und spielt wunderschön. Heute ist der Zeltplatz recht leer, weil ein großes Festival pandemiebedingt ausfiel und morgen Mittag hier bei einer Ersatzveranstaltung ohne Zeltplatzbelegung Fernsehaufnahmen gedreht werden sollen. Deswegen ist der Zeltplatz geschlossen. Nur manche „Fässer“*(10.000 Kronen je Nacht) und Häuschen (11.000 Kronen je Nacht) belegt sind. Ich zahle für meinen Platz etwa 2000 Kronen.
*s. auf Zeltplatzbildern

Weil ich schon mit der Fähre morgens um 7 starte, störe ich den Betrieb morgen nicht.

Gestern kündigte ich den Beiden an, heute schon um 8 Uhr spielen zu wollen.
Kaum fing ich an, da kamen Ivan mit Mutter, Hund und Gitarre und einer Überraschung her und wir musizierten zusammen bis viertel nach 9 Uhr. Zwischendurch kamen ihre Isländischen Freunde und gesellten sich als Zuhörer zu uns. So kann ich mit Ivans Einverständnis hier zwei Besonderheiten nachtragen. Ich und wir freuten uns sehr über die zweimalige musikalische Begegnung:

Zum Abschluss der „Zeremonie“, wie er es nannte, spielte Ivan zur Überraschung auf seiner besonderen Hirtenflöte. Als ich oben von der Musikalität der Insulaner berichtete, wusste ich noch nicht, was mich erwartet.

Die Landschaft, in der der Abschluss/Abschied stattfindet, ist auf den Bildern von heute Morgen nur zu erahnen.

Wie gut, dass ich mich fünf Jahre ärgerte, nur um hier wiederkommen zu können.