Rjúkandi – Hvalfjörður/ (waLfjord)/Hlaðir(105 km)

Etappe 22, Übernachtung 23

“Nachts“ (trotz dicker Wolkendecke wird es hier immer noch nicht richtig dunkel) wachte ich irgendwann auf. Es goss immer noch.

Start morgens um 6.30 Uhr. Erstes Ziel 65 km nach Borgarnes. Weil ich nach dem Auftritt im Café noch auf meinem Zimmer ausgiebig zu Abend aß, startete ich auf nüchternen Magen und wollte ohne eine Pause gegen 12 Uhr die Zwischenstation erreicht haben. Bei Gegenwind hätte es leicht viel später werden können.

Starker und sehr starker Regen wechselten einander wie im Wettstreit ab und ich hatte, natürlich, Gegenwind. Wenngleich schwächer als an den Vortagen.

Genau um 11.16 Uhr – hätte ich nie gedacht! erreichte ich „netto” in Borgarnes, gewissermaßen den Mittelpunkt des Ortes. Der Himmel lag bis hierher immer so dicht über der Erde, als sonnten sich die Wolken, mit der Konsequenz, dass der vorbeikurbelne Radfahrer nass wurde.
Selbst Regenwürmer flohen in Massen auf den Asphalt, um nicht unterhalb am Straßenrand ertrinken zu müssen.

Von Borgarnes aus erreichte ich telefonisch Renate, und wir sind sehr froh, uns wohl sogar schon morgen Abend sehen zu können. Alles passt.

Nach vielen hundert Kilometern war ich wieder auf der Reichsstraßxe Nr. 1. im Süden Islands , in der Nähe von Reykjavik. Zum Abgewöhnen, der Verkehr.

Die 22 km bis zur Abfahrt in den Walfjörður/ den Walfjord und ich fühlte mich wieder freier…

Hier „guckte“ ich mir schon vor fünf Jahren einen Zeltplatz für meine nächste Tour aus. Ein Auto hielt an. Ilja und Laura aus Österreich, für die ich vorgestern in Hellissandir (200 km entfernt) Gitarre spielte, grüßten mich bei Nieselregen. Ein netter, kleiner Austausch an Erfahrungen. Weiter ging’s.

Zwei Engländer aus London kamen mir radelnd entgegen. Erster Tag Island. Sie wollen für 2 Wochen die Ringstraße nehmen und empfehlen mir noch den Bananenkuchen im Café des nahen War & Peace Museums.

Hier ist auch ein kleiner Zeltplatz. Ich bleibe trotz Regens.

Nur noch 135 km bis Sandgerði.