Djúpidalur – FlÓkalundur (97 km)

Etappe 16, Übernachtung 17

Samstag, 17. Juli 2021

Geschrieben nach Ankunft in Flókalundur(Beitrag gehört nach oben, da ich von Djúpidalur nach Flókalundur fuhr)

Gestern Abend brachte ich noch meine Kleinwäsche zum Trocknen in den Vorraum des Schwimmbades und schloss das Powerpack an eine Steckdose an.

Morgens als ich um 7 Uhr aufwachte, war alles trocken. Gut, dass ich gestern kurzentschlossen hierher losgeradelt bin! Flókalundur ist nur noch weniger als 100 km entfernt.

Ich packte, belud das Rad, kochte frischen Tee, machte neue „Reisebrote“ und frühstückte die von gestern. Die Engländer waren früher fertig und fuhren los. Während es in der Nacht sehr kühl war, wärmte die Sonne jetzt bei wolkenlosem Himmel, dass ich alles im T-Shirt bereiten konnte. Als das Fahrrad bis auf das Zelt und Sessel bepackt war, ging ich tatsächlich noch eine Runde schwimmen. Eine Isländische Familie mit drei Kindern badete auch. Erst jetzt bemerkte ich, dass es außer dem Schwimmbecken draußen auch kleine Hot Pots gab. Schade, dass ich sie gestern nicht bemerkt habe…

Nach kurzer Zeit war das Schwimmen vorbei und bald war auch das Zelt verpackt.
Zunächst ging es recht sanft bergan, dann aber die Überraschung:
Über einen Kilometer lang eine gleichmäßige Steigung von 15%. Und das auf der Schotterstrecke. Schieben oder Ziehen des bepackten Rades sinnlos. Viel zu viel Kraftaufwand. Ich muss zu kurbeln versuchen.


Es klappte tatsächlich, ich musste aber etwa alle 300 m absteigen, um kurz zu verschnaufen. Es folgten noch viele kleine aber flachere Anstiege auf dem Schotterweg.
Als dann der Asphaltbelag wieder begann, folgte der 350 m Anstieg von durchschnittlich 8%. Weil ich auch noch RÜCKENWIND bekam, war er viel leichter zu bewältigen als der 17 km lange Sturmanstieg von vorgestern mit 3% Steigung.

Beginn des Aufstiegs mit kleiner Pause…
Fast oben.
Hier noch der Restaufstieg auf der Schotterstrecke.

Der Wind, der mich beim großen Anstieg noch so gut unterstützt hatte, wurde zum Gegenwind bis 10 km vor dem Erreichen Flókalundurs.

Blick nach unten.
Bald bin ich in Flókalundur.


Hier werde ich morgen nach links abbiegen.

Als ich gegen 18.30 ankam, standen an einer Stelle nahe beieinander zwei rote Hillebergzelte. Eines gehörte den Engländern. Meines passte noch dazwischen.
Einen Shop gab es hier nicht mehr, aber ein Restaurant im Stressbetrieb. Dort konnte ich auch die Gebühr für den etwa 300 m entfernten Zeltplatz entrichten.
Es wäre reizvoll gewesen, hier einmal richtig gut essen zu gehen.

Ich hatte aber anderes vor: 300 m vor dem Hotelrestaurant gab es einen Natur Hot Pot mit herrlichem Blick auf das Meer. Nur 10 Menschen passten zugleich hinein. Keine Umkleiden, nur eine kleine Mauer hinter der jeder seine Sachen ablegen konnte. Vier junge Deutsche saßen in dem 40°C warmen „Höhlenbad“

War das eine Wohltat, nach 97 anstrengenden Kilometern sich hier wieder erfrischen zu können.

ACHTUNG, ich konnte meine Vorräte nicht auffüllen, habe aber noch für gut zwei Tage Proviant mit. Morgen habe ich nur etwa 70 km und zwei große Anstiege zum Látrabjarg vor mir, die ich schon kenne. Den größten Vogelfelsen Europas besuche ich aber erst am Montag. Etwa 20 Stunden lang.

Schön, dass ich jetzt schon, wenn auch ohne Fotos Beiträge zu den recht turbulenten letzten drei Tagen hier platzieren konnte. Gelingt es mir morgen recht früh anzukommen (ich glaube, meine Anlaufstelle 13 km vor den Vogelfelsen hat guten Empfang, so werde ich die Berichte um passende Fotos ergänzen.

Hier nur drei Schnappschüsse von dem ganz besonderen Natur Hot Pot von Flókalundur. Die Stelle ist kein Ort. Der einzige Ort an der Südküste ist inzwischen über 130 km entfernt.

Das besondere Badeparadies
Mit traumhaftem Blick aufs Meer.
Die Sachen legt man einfach auf oder hinter der Mauer ab.


Ein genau einstündiges Gitarrenkonzert gab es hier auch noch: Für die Hillebergzelte und andere Campinggäste.
Danach Abendessen und berichten…

Morgens am 18 Juli aktualisiert…