Raufahrhöfn/Nördlichster punkt Islands(3 km südlich des PoLarkreises)//(30 km)

„Etappe“ 5, Übernachtung 6

Thomas aus Gelsenkirchen

Am Morgen blieb nur noch ein Wohnmobil auf dem Platz stehen und mein Zelt. Thomas, Arzt aus Gelsenkirchen, begeisterter Hobby-Ornithologe und mit Frau mehrere Wochen in Island unterwegs, wohnt im Ruhrpott fast um die Ecke.

Wir fanden sehr interessante Gesprächsthemen und werden uns in der Heimat ganz sicher besuchen.

Natürlich gab es ein kleines Gitarrenkonzert für sie. Von der Platzwartin erfuhr ich auf Isländisch, dass Þora jetzt in Reykjavik wohnt und die Slowakin Denisa und ihr Bulgarischer Freund unbekannt verzogen sind.

Das Café an der Tankstelle wird gerade renoviert.

Thomas und Jannett reisten gegen Mittag weiter. Danke für die Begegnung!

Kurz danach machte ich meine Tagestour, hier in Bildern weitergegeben.

Nach der Rückkehr Stand mein Zelt noch und drei isländische Wohnmobile kamen hinzu.

Ein kleiner Mops „büchste“ aus und inspizierte meine Lebensmittelvorräte.

Ich brachte ihn samt Leine zurück zu den Besitzern. Sie hatten zwei weitere Hunde an Bord und einen etwa13 jährigen Sohn.

Es entwickelte sich ein schönes Gespräch auf Isländisch: ich wachse hinein…

Und nach dem Essen spielte die Gitarre eine Stunde lang gerne zur Freude der Platzbesucher. Danke für den Applaus!

Arctichenge, am Horizont vom Campingplatz aus gesehen (Name in Anlehnung an Stonehenge)
Auf dem Weg zum Leuchtturm Hraunhafnartangi, Islands nördlichstem Punkt (14 km vom Campingplatz entfernt)
Weg?, ich ließ das Fahrrad nach 500 m stehen…, und verlor hier irgendwo schon meinen zweiten Helmspiegel (den ersten schon auf dem Zeltplatz vor Århus/DK vergessen). EINEN HABE ICH NOCH.

Die Scheinangriffe enden nur etwa 5 cm vor dem Helm. Etwas Nervenkraft ist nötig, um sich nicht das IPhone aus den Händen picken zu lassen…
Warum Küstenseeschwalben (sie „pendeln“ zweimal jährlich 25000 km die Küsten entlang zwischen Arktis und Antarktis) so verzweifelt (ich sage nicht aggressiv) reagieren, wie im obigen Kurzvideo, kann man vielleicht hier nachvollziehen, auf der Schotterstrecke kurz vor Raufahrhöpn: Ihre Küken, hier waren es zwei, „spazieren entlang des Weges, während gelegentlich (etwa alle 30 Minuten) hier vorbeifahrende Fahrzeuglenker (trotz Hinweisschildern auf die „Wandervögel“ ) selbige zwangsläufig wegen der Tarnkleidung übersehen und zermalmen… Die Küken bleiben schreiend stehen, die Altvögel fliegen um sie herum und verstehen nicht, was geschehen ist, wenn deren Junge plötzlich „verschwunden“ sind.

Nach 2016 zum zweiten Mal per Rad am Arctichenge/ Arctic Henge bei Raufahrhöfn zu Besuch: Ich erspare mir heute außer nützlichen Hinweisen, weitere Ausführungen über dieses „ewig im Entstehen bleibende Kunstwerk, das Touristen in den „immer weniger werdenden Ort“ herbeilocken sollte.

2016 brachte ich einen Stein vom Knivskjelloden , nördlich des Nordkap hierher und übergab ihn zur eventuellen Weiterverwendung an þora Soffía Gylfad die die damals hier wohnte. Damals liefen kurioserweise wie jetzt die letzten Spiele der Fußball EM (gestern gewann Italien das Halfinale gegen Spanien im Elfmeterschießen, Heute spielt Dänemark gegen England). Der damalige Besuch ist im Blog von 2016 ausführlicher beschrieben.
Kurze Hinweise zu Arctichenge (auch weil es an Ort und Stelle immer noch kein Hinweisschild auf die „Installation“ gibt:

Idee: Damaliger Hotelbesitzer Erlingur Thorrodsen (1949-2015)

Künstler: Haukur Halldórsson geb. 1937

Beste Beschreibung, die ich fand: islandfankochbuch.blogseite.com

Außerdem findet man unter Arctic Henge ö.ä. fantastische Sommer wie Winterbilder des Kunstwerks mit Polarlichtern, Sternenzirkulation usw.

Alles viel schöner als meine nachfolgenden Schnappschüsse.

Neuer Aufgang mit Geländer(im Bau)
Fast zurück im nördlichsten Ort Islands.
Die beste Adresse für Reisende ohne Zelt

ACHTUNG: Auf den ersten Blick wirkt alles hier trostlos, verrostet, verkommen. Hier zu leben erfordert irre „Nehmerqualitäten“.

Die Kälte, der täglich trotz Schönwetterlage immer wieder mehrfach hereinwinkende Nebel, die salzhaltige Luft(Feuchtigkeit).

Der Campingplatz hat nur eine Dusche, eine Toilette, eine Behindertentoilette, einen Abwaschplatz draußen mit kaltem und warmem Wasser.
Aber: Alles wird im Sanitätshäuschen saubergehalten, wenngleich alle Türen am unteren Rand entlang bis zu 5cm hoch verrostet sind.

Meine Platzmiete, etwa 12/13€ je Übernachtung.

Ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie Bochum aussehen würde, wäre es dauerhaft solchen klimatischen Extremen ausgesetzt.

Und, meine Frau und ich bereisten über 30 Jahre lang mit Pkw und Zelt zuhauf Nordskandinavien, verbrachten insgesamt bestimmt ein halbes Jahr nördlich des Polarkreises:
Im Verhältnis zu Island außerhalb der Region Reykjavik (wo etwa zwei Drittel aller Isländer wohnen) also im Verhältnis zu den östlichen, nordöstlichen, nördlichen und nordwestlichen Regionen Islands, wirken die arktischen Regionen Skandinaviens geradezu überbevölkert.

Island hat im Schnitt 3 Einwohner/Quadratkilometer, Islands Inneres(80% etwa) ist unbewohnt, die genannten Teilgebiete haben 0,00… Einwohner/Quadratkilometer.

Schön, dass es in Raufahrhöfn einen kleinen Laden, eine Post, Schwimmbad, ein Café, ein kleines Hotel, einen Hafen u. Ä. gibt.
Und Menschen, die (noch) bereit sind, sich 365 Tage im Jahr hier der Natur auszusetzen…

23 Uhr, die Sonne ist noch nicht ganz im Norden bei Arctichenge angekommen.

Mittwoch, kurz vor Aufbruch in Richtung Myvatn