Ruhetag in hirtshals(22 km)

Über 20 Radlerkilometer wurden es dann doch noch, weil ich mir auf einen gut 5 km entfernten Strandcamping eine passende Gasflasche für dem Primus-Multifuel-Kocher besorgte (er „verträgt“ auch noch Benzin, Diesel und Petroleum als Brennstoff) und anschließend eine Tour zum Hafen machte, um meine morgige Anfahrtsstrecke schon auszukundschaften.
Morgens besorgte ich mir bei Brugsen Proviant für den „hviledag“/Ruhetag weil ich mein Gewicht halten wollte (während der 1954 km beim Stadtradeln nahm ich 5 kg ab).

Bis morgen vor dem Start wird wirklich fast alles „verputzt“ worden sein…

Hirtshals kennen meine Frau und ich von unzähligen Überfahrten nach Norwegen seit 1990.

In Zeiten des Internets kann man sich beliebig viele WICHTIGSTE Informationen über jede Destination herunterladen. Reisebüros und Reisefähren waren schon immer mit neuesten Gratis-Reiseführern zu allen Zielen überfrachtet. Ich versuche deswegen nur wenig und, natürlich subjektiv, auf Besonderheiten einzugehen. Natürlich hat Hirtshals mehr zu bieten als Fischgeruch und Angelsafaris. Das sehr sehenswerte Oceanarium mit Makrelenschwärmen, Heringen, Haien und gar einem versenkten Fischkutter in dem Riesenaquarium lockten Besucher in Scharen an, die Sitzplätze davor waren meistens proppenvoll gefüllt. Besonderer Liebling des Publikums war ein fast 300 kg schwerer, schnell wachsender zutraulicher Mondfisch(Dänisch „Klumpfisk“) der den Tauchern aus der Hand fraß.

Auch wir erlagen seinem „wachsenden Charme“, jahrelang…

Richtig traurig und betroffen waren wir, als wir vom Brand des Aquariumgebäudes am 20. Dezember 2003 erfuhren. Nach Tagen fand man auch den Klumpfisk, der in freier Natur, bei fast ausschließlicher „Quallenkost“ anderthalb Tonnen schwer wird, sich gern im Mondlicht auf der Meeresoberfläche „sonnt“ und dadurch gelegentlich mit kleinen Segelbooten zusammenstößt, verendet vor.


Diesmal passierte ich nur das Oceanarium. Es ist längst wiederaufgebaut worden. Längst sonnen sich wieder gleichgroße Klumpfische beim Füttern durch die Taucher in den strahlenden Augen der wieder zugelassenen Zuschauer…

Tagsüber tröpfelte es kurz, dann blieb es trocken. Abends, beim Schreiben und Laden des iPhones im TV-Raum sah ich zufällig und ganz allein das packende Spiel der Dänen, die ich schon aus der EM ausgeschieden glaubte, gegen Russland 4:1. Ich freute mich für „Danish Dynamite“… übermorgen spielt Deutschland gegen Ungarn.