One way wind (183 km nach Hirtshals) /Radlerstadt Bochum???

Diesen Beitrag widme ich allen etwa 350 Mitradlern der Rudolf Steiner Schule Bochum und ihrem Riesenerfolg beim Stadtradeln der „Radlerstadt Bochum“, wie sie (also „die Radlerstadt“), verschwindend Wenige“ auch für die Vision Zuständige schon entdeckt haben wollen.

Ich durfte mich mich vom 1-21 Mai an dem Erfolg meiner ehemaligen Schule beteiligen und WIR WISSEN, dass es in Bochum noch Riesenmöglichkeiten nach oben gibt, wie meine eingepflegten Bildbeispiele zeigen. Das erste Foto ist schon vor gestern gemacht worden.

Morgen um 11.30 Uhr geht es mit der MS Nörrona zunächst für eine Woche auf die Faröer.

Start in Århus: Strömender Regen, Gewitter.
Wetteraussichten für die Gesamtstrecke: Dauerregen!

Das Wetter IST. Punkt. WIR definieren es.

Um 11 Uhr bei strömendem Regen, Gewittergrollen, Gegenwind und starkem Geländeanstieg beim Verlassen der Stadtmitte von Århus gestartet.

Einer an der Ampel wartenden Radlerin rief ich „ Endlich nicht mehr so heiß!“ zu. „Dafür ist es aber umso nasser!“ antwortete sie schmunzelnd.

Nach 20 km hörte der Regen überraschend auf, es war windstill geworden. Ich war von innen wie außen klitschnass, weil das Schwitzen bei Anstieg nicht aufgehört hat. Nach 30 km zog ich die Regensachen aus. Sogar die Sonne ließ sich ganz kurz sehen. Es wurde wärmer. Herrlich, wieder im T-Shirt und kurzer Hose radeln zu können!

Radlerstadt Bochum? Nein, aber Standard dänischer Landstraßen. Radlerautobahn…, und auf der Auto Fahrbahn haben schnellere Fahrzeuge auf den braunen Streifen im eigenen Ermessen die Gelegenheit, zu überholen. Nach dem Bau neuer Autobahnen seit 1980 wurden die alten Fernstraßen oft modernisiert und zukunftsfähig gemacht.

Ein Seitenwind von Ost kam auf. Dieser störte mich aber gar nicht.

Nach 50 km, ich wollte gerade drei der vier mir von Jeppe mitgegebenen Bananen essen, tauchte auf der anderen Straßenseite ein Grillkiosk auf.
Eine Riesenportion Pommes Frittes ersetzte die Bananen.
Die Sonne blinzelte immer wieder durch die Wolkendecke, Der Wind drehte auf Süd.

Radlerstadt Bochum? Nein. Selbst im Hafen von Randers , auf altem Pflaster, haben Radfahrer die Möglichkeit, fern der motorisierten Teilnehmer auf breiten Bahnen schnell voranzukommen.

Nach einer Stunde begann der immer stärker werdende Südwind mich die Hügel hochzupusten.

Die Pommes Frittes reichten für 90 Kilometer!

Radlerstadt Bochum? (Oben und unten) Nein Die Radlerstadt Ålborg am Limfjord. Parkplätze? Wegrationalisiert.
Mopeds werden auf dem breiten Radstreifen gerade noch geduldet.

Die Entfernung nach Hirtshals betrug beim Start etwa 180-190 km. Da machte ich mir noch gar keine Gedanken zum Tagesziel.
Vielleicht sogar bis ins etwa 120 km entfernte Ålborg gelangen?…

Radlerstadt Bochum? Nein, die Brücke über den Limfjord wird gerade im großen Stil den aktuellen Verkehrsgegebenheiten angepasst. Große Rücksichtnahme aller aufeinander ist bei den beengten Verhältnissen erforderlich, wird aber selbstverständlich „gelebt“.

Ich hatte allerdings auch keine Lust, nach dem vorhergesagten Regentag, am Montag etwa 80 km ähnlich starken Gegenwind bis Hirtshals ausgesetzt zu sein. Den bekomme ich in Island noch zur Genüge zu spüren. Garantiert!

Plötzlich lagen der Limfjord ind Ålborg aber hinter mir.
Fahrradstadt Bochum?, nein. Leider zischte ich nur an den kleinen Boxen mit der Aufschrift Cykelby Ålborg vorbei, bis ich merkte, dass es sich um Radreifenaufpumpstationen handelt.

Die Dänischen Städte scheinen sich zur Zeit allesamt an Ideen zur Fahrradgerechten Stadt überbieten zu wollen: In Ålborg fuhr ich über einen fast fertigen Supercykelvej, welcher die Universität mit der Innenstadt verbindet. In der Breite von zwei Autospuren! Kopenhagen und Århus, die Vorreiter, testen zur Zeit ein System von Chips, die, am Fahrrad befestigt, den Radler erfassen und ihm auf den bereits ausgebauten Bereichen individuell eine Grüne Welle schalten.
Ach Bochum: Man versuche mal als Radler oder Autofahrer abends gegen 22 Uhr den 3,3 km langen Stadtring zu befahren. Reinstes Stop and Go! Nachts, wenn die meisten Ampeln dort außer Betrieb sind, kommt man auch auf dem Fahrrad zügig voran.

Um 19.32 in Nørresundby war der Wind erst Mittelstark. Es blieb ein ONE-WAY-WIND oder Sturm der mich zum Ziel brachte. Einmal habe ich mich verfahren: Die 600 m zurück -gegen den Wind- vergesse ich nicht so schnell…


Und der Südwind hat inzwischen Sturmqualitäten angenommen .

Hirtshals?

3 Bananen wurden „geerntet“, Unmengen Wassers getrunken.

Vorsorglich rief ich am mir bekannten Campingplatz im Hirtshals an: „Ja, ich dürfte zwischen 23. Uhr und Mitternacht mein Zelt auf der Stellfläche für Spätankömmlinge aufstellen.

Wie im Fluge ging’s weiter. Manche der passierten Windräder ratterten gefährlich laut.

Plötzlich riss der Himmel auf und zeigte den gleißenden, zunehmenden Buckelmond und neben dem Mond “sah” mich der Leuchtturm von Hirtshals an. Um 23.23 Uhr. Noch waren Farben draußen zu erahnen. In Bochum längst nicht mehr…
Angekommen, nach 183 Kilometern.

Das Zelt im Sturm aufzubauen und alles zu verstauen war eher eine leichte Übung.
Monis Power-Haferkekse und Jeppes immer noch warmgebliebener Tee danach: Herrlich, „ist ja wie im Urlaub…“

Ab ins Sanitärgebäude und danach, trotz lauter Windgeräusche eine garantiert gute Nacht.

Morgen ist Ruhetag.