BEGEGNUNGEN: Karin und Erling Heerwagens Kunstgarten –

22.08.13
Kurz nach abgeschlossener Ausbildung begannen vor etwa 50 Jahren die aus der Umgebung Kopenhagens stammenden Künstler und Keramiker Karin und Erling Heerwagen, sich auf der dänischen Insel Langeland eine Existenz aufzubauen.
Sie erwarben in Lohals „den höchsten Hügel der Nordhälfte der Insel“, ein knapp 1 ha großes Anwesen mit alten Gebäuden und Acker, das sich im Läufe der Jahrzehnte völlig nach deren eigenen Vorstellungen und Ambitionen wandeln sollte.
Ihre gemeinsam hergestellten Kunstobjekte (Beide entwerfen, Erling formt, Karin malt hauptsächlich) werden inzwischen In Dänemark und im Ausland bis nach Australien geschätzt und sind sehr begehrt.
Für dänische Rathäuser wurden Tische und anderes als Autragsarbeiten gefertigt, um Repräsentationszwecke zu erfüllen.
Auch der Königliche Hof besitzt Heerwagenkeramik.

Ihre Produktpalette aus Ton und Porzellan ist sehr vielfältig. Dennoch ist über Jahrzehnte hinweg eine klare Linie zu erkennen, sind Entwicklungsstufen und Abgrenzungen wahrzunehmen, dass man ganz eindeutig von der Heerwagenkeramikkunst sprechen kann.
Inselmotive, Märchenhaftes, stilisierte, verwandelte Pflanzen- oder Tiermotive, riesenhaft vergrößert oder stark verkleinert und auf Details reduziert, machen ihre Bild- und Formkunst aus.
Dass man aus dem Erlös der Kunstprodukte kaum seinen Lebensunterhalt bestreiten kann, erkannten die beiden früh und entwickelten – auch um weiterhin eigenen künstlerischen Impulsen nachgehen zu können – eine breite Palette von Gebrauchskeramik, die praktisch alle Bereiche „wohnlichen“ Wirkens abdeckt.
Geschirr, Gefäße, Waschbecken und noch sehr viel mehr machen heerwagentypische Gebrauchskunst aus, auch wenn sich die meisten Kunden, die bemalten Teller und Schalen zunächst als erfreulichen Blickfang an die Wand hängen oder als Tisch- oder Wohnaccessoire platzieren.
Meine Frau und ich sahen und nutzten Heerwagenkeramik erstmalig 1980, als Birgitte, eine inzwischen verstorbene dänische Freundin, uns auf Nordlangeland ihr reetgedecktes Bauernhaus mit Meerblick für einen kurzen Osteraufenthalt überließ und wir dort die für uns ungewöhnlichen Teekannen entdeckten.
Erst 5 Jahre später, als wir selbst aus Norwegen kommend, Hattinger Freunde in ihrem Ferienhaus in der Nähe von Lohals besuchten und uns durch deren neu erworbene Teekanne sofort an die Kannen im Reethaus wiedererinnerten, lernten wir die Künstler kennen.
In 28 Jahren wuchs die Freundschaft sowie die Freude an Karin und Erlings Produkten. Aus den Einzelexemplaren wurde inzwischen die größte Ansammlung Heerwagenscher Gebrauchskeramik im Ausland. Fast unser gesamtes Geschirr, viele Kerzenleuchter, selbst ein Mörser und ein Keimgerät aus verzierter Keramik sind durch Heerwagenhände entstanden. Manches wurde auch nach unseren Wünschen erstellt und danach mitunter in die Produktpalette aufgenommen.

Genug interessiert?

Um während meiner Fahrt „vornehm“ Tee trinken zu können, gönnte ich mir den Luxus, meine Lieblingstasse auf die Reise mitzunehmen. Sie ist in den letzten zwei Monaten immer wieder auf meinen Reisefotos zu sehen gewesen.
Unbeschadet nach vielen tausend Reisekilometern in Lohals angekommen, schenkte ich sie Karin und Erling zu deren großer Freude und besorgte mir eine neue.
Sie sind äußerlich kaum zu unterscheiden (die Tasse links war, die Tasse rechts geht auf Reisen).

Ich besuchte die Künstler vor zwei Jahren zu Beginn meiner „Vorbereitungstour“, bei der ich dann per PKW genau 10.000 km zurücklegen sollte. Wir sahen uns noch mehrmals zwischendurch, zuletzt zu Ostern.

Diesmal sollte „der höchste Hügel Nordlangelands“ und der Nordteil der Insel mit zwei Tagen Intensivferien das letzte Ziel meiner Radtour werden.

Zur „Gebrauchskeramik aus Heerwagens Händen“ habe ich nun viel geschrieben. Das Foto mit den beiden Tassen soll aber das einzige Beispiel davon bleiben.
Dass die Produkte sehr stoßfest sind zeigte auch meine Radtour; dass sie, falls es sich um Geschirr handelt, auch spülmaschinenfest sind, sei nur am Rande erwähnt…

Als Ausgleich folgt im Nachfolgenden ein Spaziergang durch Karin und Erling Heerwagens Kunstgarten, in dem jeder Baum und Strauch in den letzten 5 Jahrzehnten von ihnen selbst hier angepflanzt wurde.
Jeder Besucher kann gern seinen Orientierungssinn in diesem Labyrinth testen, bevor er anfängt, sich mit dem einen oder anderen Produkt ihrer kleinen Werkstatt zu befreunden, wie wir vor Jahrzehnten.

Bei „Tagen des offenen Gartens“ nutzen viele Besucher die Gelegenheit, hier vorbeizuschauen und sich inspirieren zu lassen.

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