Nach Århus

19.08.13
Die Anstrengungen der letzten Nacht machten sich schnell bemerkbar, ich wusste, dass ich heute nicht mehr sehr weit fahren würde.
Da ich wegen des Verzichts auf Anholt einen Tag „sparte“, beschloss ich, nur noch etwa 80 km weit zu einem mir bekanntem Campingplatz in Århus (gesprochen „orhuß“ („o“ wie bei Onkel)) zu radeln.

Was für viele Deutschen die Ostfriesen(witze) sind, sind für Dänen die Århusianer und die Witze über sie.
(Gesteigert werden kann das nur noch durch Bemerkungen über die in die Århusbucht hineinragende Halbinsel Mols bzw. den Ort Ebeltoft (allen Dänen sind diese Geschichten bekannt unter Molbohistorierne) wo selbst die Uhren verkehrt herum gehen (Diese Uhren gab es, als wir dort 1985 waren, zuhauf zu kaufen).
Dort, auf Mols haben die Bewohner, als ihnen Gefahr drohte, von Feinden angegriffen zu werden, ihre Kirchenglocken geistesgegenwärtig zum Schutz im Meer versenkt und die genaue Stelle mit einem Kreidekreuz auf der Bootswand markiert…)

Die Århusianer selber wissen natürlich, dass sie das reinste Dänisch sprechen (auf Jütland gibt es bestimmt auch heute noch über 100 Dialekte) und die größte dänische Zeitung „Jyllands-Posten“
hat ihren Sitz in dieser zweitgrößten dänischen Stadt.

Ich bin immer wieder gern in Århus. Im Sommer 1985 lebten wir hier, während meines Praktikums an der Rudolf Steiner Schule am Strandveien.
Ich hätte hier sogar meine Lehrerlaufbahn starten können.
Hätte an der Schule immer einen schönen Ausblick auf das Meer und südlich der Schule, bis zum Campingplatz am Ørnedevej und noch weiter ein herrliches Trainingsgelände im dortigen, hügeligen Buchenwald für meine Dauerläufe.
(Beim damals im September stattfindenden Marcelislauf über etwa 11 km belegte ich sogar Platz 100 von 16.500 Teilnehmern).
Als Berufsanfänger traute ich mich 1985 doch nicht zu wechseln. Auch weil das Berufsbild meiner Frau (Fachjuristin) gar nicht im dänischen Rechtswesen vertreten war.
So blieben wir in Bochum.

Unsere erste Dänischlehrerin, Ulla, war übrigens (fast) Århusianerin.
Die zweite, Birte, kam aus Horsens.

Nun radelte ich durch Horsens, wo ich schnell meine SIM-Card „auftanken“ und die Qualität der Produkte örtlicher Pizzabäcker testen konnte (die Ausländer aber keine Italiener waren).
Dort speisten neben mir auch drei Jugendliche, auf die ich aufmerksam wurde, weil zwei von ihnen immer wieder ins verschieden gefärbte Russisch wechselten, aber auch fließend Dänisch sprachen.
Einer war Däne, der zweite Armenier der dritte Tschetschene. Freunde, die sich gefunden haben.
Die beiden Ausländer kamen vor 7 Jahren mit ihren Eltern nach Dänemark…

Meine Weiterfahrt führte mich lange am Strand entlang mit stets gutem Blick auf die Hügel von Mols, die auch von Århus aus gut zu sehen sind.

Ich ließ mir Zeit, kam abends auf dem Campingplatz an, besuchte auf dem Wege das Schulgelände der Waldorfschule, bekam aber erst telefonischen Kontakt zu Lehrern, als ich einen Tag später schon auf der Weiterfahrt nach Süden war.

20130823-082005.jpg

20130823-082138.jpg

20130823-082244.jpg

20130823-082326.jpg

20130823-082419.jpg

20130823-082642.jpg

20130823-082712.jpg

20130823-082727.jpg

20130823-082907.jpg

20130823-083152.jpg

20130823-083204.jpg

20130823-083221.jpg

20130823-083234.jpg

20130823-083247.jpg

20130823-083306.jpg

20130823-083321.jpg

20130823-083335.jpg

20130823-083344.jpg

20130823-083412.jpg

20130823-083422.jpg

20130823-083453.jpg

20130823-083507.jpg

20130823-083535.jpg

20130823-083546.jpg

20130823-083605.jpg

20130823-083617.jpg

20130823-083629.jpg

20130823-083655.jpg

20130823-083714.jpg

20130823-083724.jpg

20130823-083735.jpg

20130823-083805.jpg

20130823-083752.jpg