Bis Middelfart/Fünen

20.08.13
Das Wetter verwöhnte mich seit gestern Nachmittag. Ich startete später als gedacht, das Zelt war aber trotzdem noch recht nass vom Tau. Irgendwann im Laufe des Tages setzte ich eine längere Pause an, dass es im Wind schnell trocknen konnte.
Landwirtschaft, das Gold reifer Felder und Erntearbeiten dominierten auch heute die Landschaft Ostjütlands.
Ich musste über 100 Kilometer, die hauptsächlich nach Südwesten führten, gegen den frischen, böigen Wind anfahren.
In Fredericia wurde ich lange vom Navigationssystem irregeleitet, lernte dadurch aber den Hafen und die verschiedenen Verladetechniken auf den Schiffen kennen.
Zwischendurch musste ich sogar eine kurze Steigungsstrecke von mindestens 25% bewältigen. Rekordverdächtig!
Kurz vor der Brücke nach Fünen las ich im Vorbeifahren, ganz in Gedanken versunken einen Straßennamen: „Rudolf Steiner Allee“.
Eine kurze Suche im Neubaugebiet, Nachfragen bei Bewohnern der Neubausiedlung und ich fand einen Waldorfkindergarten.
Eine Schule fand ich nicht.
Schon etwa 200 m vor dem Kindergarten fiel mir beim ersten Vorbeifahren ein weißes, mit roten Dachziegeln gedecktes Haus mit der mir bekannten „ARTEMIS PLANTEFARVER DANMARK APS“ – Aufschrift auf.

(Die Schüler meiner beiden Klassenlehrerdurchgänge haben jeweils 7 Jahre ausschließlich mit Pflanzenfarben aquarelliert und uns standen damals (bis 2002) nur die Produkte von Stockmar und Artemis zur Verfügung.
(Klassenlehrer an Waldorfschulen führen ihre Schüler in der Regel 8 Jahre lang und unterrichten sie im Hauptunterricht in allen Grundfächern)).

Im Artemishaus wohnte Marianne. Sie öffnete, als ich klingelte und informierte mich, dass die Schule ihre Anfangsphase in Fredericia nicht überstanden hat. An ihrer Stelle arbeitete
jetzt der Rudolf Steiner Kindergarten „Tommelise“.
Marianne und ihr Mann waren die Hersteller der Artemispflanzenfarben, gaben ihre Rezepturen vor 7 Jahren an STOCKMAR weiter und bauten die ehemalige Fabrik in ihr eigenes Wohngebäude um.
Als ich 1985 mein Praktikum in Århus absolvierte, war sie gerade in Dornach/Schweiz, sonst wäre ich ihr am Strandvejen begegnet, denn sie war dort Weblehrerin…
So lernte ich sie erst 2013 durch den zufälligen Blick auf ein Straßenschild kennen.

Nach einem sehr intensiven Gespräch – auch über Tafelbilder (und über die Problematik der Herstellung von Tafelkreide auf Grundlage von Pflanzenfarben), schenkte sie mir ein Glas frisch geschleuderten Honigs aus eigener Imkerei. Da ich auch eine edle Keramiktasse unserer Dänischen Freunde aus Langeland schon fast 7.000 km unbeschadet transportierte, traute ich mir für die Reststrecke auch zu, den Edelhonig mitzunehmen.
Danke, liebe Marianne!

Das Artemishaus steht fast in Sichtweite der Autobahnbrücke über den Kleinen Belt nach Fünen.
Kurz nach dieser Feststellung war ich auch schon auf der Eisenbahn-Auto-Rad-Fußgängerbrücke, die von vielen Radrennfahrern frequentiert wurde, gerade als ich dort unterwegs war.
Ein wunderschöner Sonnenuntergang tauchte alles in goldene Farben.
Hier führte meine Radstrecke auch vor drei Jahren vorbei. Da es damals aber stark regnete, nahm ich nicht viel von der Umgebung wahr und fuhr direkt bis Lohals auf Langeland. Dort werde ich am 21. August eingetrudelt sein…
Wenige hundert Meter hinter der Brücke der Hinweis auf zwei Campingplätze.
Ich wählte den ohne Starkstromleitungen (ich wollte ja nur meine Elektronik laden) und fuhr an einem Dammhirschgehege vorbei zum GALSKLINTCAMPING, wo ich schließlich duschte, aß, schrieb und ruhig schlafen konnte. (Danke, liebe Anette(?) von der Rezeption für den Hinweis, dass es unter den Bäumen viel ruhiger sei.
Ich werde Euren Platz, sollte ich hier in der Nähe eine Übernachtung suchen, gerne wieder nutzen…
Vorher lernte ich noch zwei junge deutsche Skandinavienfans, Randi und Robin kennen, die mich an unsere Anfänge vor 34 Jahren, den Norden Europas betreffend, erinnerten.
Robin studierte in Dortmund, Randi in den Niederlanden und sprach die Sprache schon fließend.
Nächstes Jahr wollte sie für ein Semester nach Stockholm und hoffte, ins Schwedische eintauchen zu können.
Bevor ich früh verschwand, schrieb ich ihnen noch auf einen Zettel ein paar Tipps zu Dänemark auf. Vielleicht können sie etwas davon nutzen…
Von einem Schweden hörte ich übrigens einmal in einer finnischen Sauna in Jokkmokk, dass Schweden in den Niederlanden innerhalb eines Jahres die Landessprache erlernen, Niederländer aber in Schweden nur sechs Monate benötigten, um Schwedisch zu erlernen.
Wenn das mal kein Ansporn ist, sich weiter in Niederländisch zu üben, liebe Randi…

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20130823-153619.jpguse machen und es trocknen

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