Berlevåg: TANAHORN – mein „Nordkap“, eine Liebesgeschichte

Die Magie des richtigen Augenblicks

Vorbemerkung: Die Bilder sprechen durch sich selbst.
Sie sind nicht als Bilderflut gedacht, sondern können an verschiedenen Stellen eventuell neue Entdeckungsmöglichkeiten bieten für Naturfreunde, Mineralogen/Geologen, Botaniker/Biologen, Ethnologen, Meteorologen, „Mystiker“ wie Du und ich u.a..

Natürlich ist das Tanahorn mit der Geschichte von Daniela und Dieter Salathe verknüpft, noch viel interessanter. Von zwei Motorradfahrern aus der Schweiz, die hier stecken blieben und die meine Frau und ich 1993 kennen lernten.
Dieter führt seit 1999 penibel eine Besucherstatistik des TANAHORN, die eine leicht steigende Tendenz verzeichnet. 366 Besucher pro Jahr(!) fast genau eine Person je Tag, sind der Durchschnitt. Lächerlich klein, im Vergleich mit den zigtausenden Nordkapfahrern jährlich. Wegen des Traumwetters im Mai wird 2013 ein deutlicher Ausreißer nach oben werden.
Zahlen allein beschreiben allerdings noch keine Qualitäten.

Gleich zu Beginn liefere ich „archivierte“ Ausblicke vom TANAHORN, entstanden vor 2 Jahren, bei wolkenlosem Himmel.
Dass das TANAHORN selbst bei Nebel mit Sichtweite von teilweise nur 15 m(!) seinen Reiz nicht verliert, sondern gar eine „Einweihungshilfe“ zum Verständnis, warum die Samen den Platz seit Jahrtausenden als heilig empfunden haben liefern kann, dokumentiert die Folge von meinem Aufstieg am 25. Juli 2013.
Solche Gipfelerfahrungen sind undenkbar für das Nordkap oder Knivskjelodden.
Vorsicht Ansteckungsgefahr!!!

TANAHORN
Der Nebel wollte sich bis zum frühen Nachmittag nicht legen.
Ich wollte auf den Aufstieg natürlich trotzdem nicht verzichten und wurde belohnt.

Die schnellste und sicherste Möglichkeit, den Gipfel zu „erstürmen“ (Verzeihung) bietet sich den Besuchern seit 1990, als durch Initiative des Hafenmuseums und der späteren Gründer und bis heute Eigentümer des Berlevåg Camping&Appartement A.S. Daniela und Dieter Salathe (über sie schreibe ich noch gesondert), der Weg nach oben abgesteckt wurde.
Trainierte schaffen jetzt die 4 km dadurch auch in 25 Minuten. Ich war, fotografierend und ohne zu laufen, in 50 Minuten oben…
Der kleine „Parkplatz“ genau 10 km vom Hafen entfernt (am Flugplatz vorbei fahren in Richtung Molvik), ist durch ein Schild unübersehbar markiert.
Vom Staatlichen Strassenbauunternehmen erhielten die Salathes genügend Stangen, welche sonst den Schneepflugfahrern im Winter erleichtern, den Weg zu finden. Mit Freunden, Hämmern und Meißeln „ausgestattet“, machten sich die Schweizer an die Arbeit. Selbst die Passage über einen an der Wegstelle schon recht reißenden Bach wurde im Frühling 2003 mit Freunden und Freiwilligen durch den Bau der Bukkedals Brua, einer komfortablen Holzbrücke wesentlich erleichtert.
Die Stangen sind so dicht gesetzt, das Streckenprofil ist so eindeutig und der Pfad meistens so ausgetreten, dass ein Verlaufen nahezu unmöglich erscheint.

Wie bemerkt, sollen die Bilder durch sich selber sprechen.
Man geht allerdings oft an Wesentlichem vorbei (auch ich), ohne es zu bemerken.
Wertschätzen lernt man manches gelegentlich durch Hinweise.
Ich bin sehr dankbar dafür, auf vieles hingewiesen worden zu sein, das ich sonst unbemerkt passiert hätte
Zwei Hinweise:
1. Die „Landkartenflechte“ Rhizocarpon geographicum überlebt auch heute die Luft des Ruhrgebietes „outdoor“ noch nicht (im Zimmer auf der Fensterbank schon).
Sie wächst extrem langsam, verändert sich, je nach Standort, im Laufe eines Menschenlebens kaum. Sie wird 1000 Jahre alt ( nach anderen Quellen 1700 Jahre!).
Glaziologen können an ihrem Zustand sogar abschätzen, wann sich das Eis aus einem Gletschergebiet zurückgezogen hat.

2. Dass die Samen das Tanahorn als ihren heiligen Berg oder Opferplatz verehrten, wird an den Schönwetterbildern schnell klar. Warum dieser Platz ihnen aber ganz sicher als absolut mystisch greifbar erscheinen konnte, habe ich am Gipfel während eines Zeitraumes von vielleicht 30 Sekunden erfahren. Die unscharfen/“missglückten“(?) Fotos können nur ganz wenig von dem „magischen Moment“ wiedergeben:
Die „Nebelsuppe“ über und unter mir lichtete sich am Gipfel ganz plötzlich. Unten sah ich den 260 Meter tiefer liegenden Strand mit sibirischem Treibholz übersät. Über mir schien die Sonne, die nachbarlichen Höhenzüge waren frei zu sehen.
Im nächsten Augenblick näherte sich von unten eine Dicke Nebelwolke mit einem richtig bunten, wunderschönen, runden „Nebelregenbogen“. Natürlich staunte ich, ob dieses Glückes und war dann aber für ein bis zwei Sekunden „ganz weg“, als ich innerhalb dieses Kreises eine Person oder deren Schatten bemerkte.
„Das gibt es doch nicht! Oder doch? Nein, das bist ja du! Nein, das bin ich! Quatsch, das ist doch „bloß(?)“ dein Schatten, der sich auf den Nebel legt…“, tausende Gedanken schienen mir in diesem Moment durch den Kopf zu schießen…
Natürlich kann ich mir das Phänomen als Lehrer, früherer Elektoingenieur und Physikliebhaber wissenschaftlich erklären. Für das kurzzeitige Erlebnis des Staunens empfinde ich aber weit mehr als nur Dankbarkeit.

„“GLORIA“, so nannten die berggewohnten alten Schweizer Bauern dieses für sie unerklärliche Erlebnis“, sagt mir Dieter Salathe später.
Sie hätten dann geglaubt, eine unerklärliche Geisterscheinung gehabt zu haben – so Dieter.

TANAHORN, bleibt nun umso mehr MEIN NORDKAP…

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In Danielas Atelier vor 2 Jahren

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