Begegnungen II/Wiederbegegnungen; Alta – Skaidi 80 km

Vorbemerkung. Hier in einsamen Gegenden kann ich nur knappste Mitteilungen mit Bildern würzen, ohne, dass mein Internet zusammenbricht. Ergänzung sowohl mit Fotos als auch inhaltlich folgt sobald technisch/zeitlich möglich…
Für Montag, 22. Juli
Inhalt inzwischen ergänzt.

Ich stellte den Wecker auf 7.30 Uhr, wurde aber durch die Hitze der Sonne um 6 Uhr wach.
Als ich um 8 Uhr abfahren will, packen zwei Radler gerade ihr Zelt.
Ich fasse es nicht, es sind Glenn und Kerry, die Dänen die ich kurz nach Tjøtta vor bald 1.000 km verlor.
Sie fuhren die gleiche Strecke, inzwischen können sie auch länger fahren, haben bis Donnerstag Zeit, um zum Nordkap zu kommen.
Überholen mich, als ich hinter Alta frühstücke.
Ich nehme mir Zeit, um „alte Freunde“ wieder zu sehen.

Mikael Hætta, zum Beispiel, einen Samen aus Kautokeino, der den Sommer mit Familie immer hier verbringt, der mir vor 7 Jahren nachts eine kuriose Busunfallgeschichte erklärte, als ein dänischer Bus mit 40 Touristen beim Überholen eines Campingcaravans mit 130 km/h in seinem Angelbach landete, niemand aber verletzt wurde. Ein richtiges Wunder. (Buch S. 126 „Busangeln…“).
Vor zwei Jahren fuhr ich hier im August nachts mit dem PKW vorbei, gern hätte ich damals schon herausgefunden, wo Mikael wohnt, ob er seinerzeit meine Fotos erhielt usw.

Ich radelte in die Nähe seines vermuteten Hauses?
Getrocknetes Rentierfleisch wird per Schild angeboten.
Da darf man doch einfach anhalten.
Hundegebell (3 Stück, alle bewachen an langer Leine das große Anwesen).
Ein großgewachsener Same bastelt im Innern seines CITROËN JUMPER.
Schon während ich die Frage stelle kommt er mir immer bekannter vor.
„Hallo, kennst du einen Mikael Hætta?“
Ja, das bin ich!“, kommt die Antwort und auch Mikael erkennt mich nach 7 Jahren wieder.
Wiedersehensfreude.
Die Fotos hat er bekommen.
Die Welt ist klein.
Der Mai war wunderschön, 32 grad Hitze.
Aber jetzt, gab es nachts auch mal bloß 4 Grad…
Mikaels Tochter ist im Haus, seine Frau ist gerade nach Alta gefahren, wahrscheinlich an mir vorbei.
Am 28. Juli feiert er seinen Geburtstag, da wird er 52.
Mikael guckt sich meine Reiseroute an, das obligatorische Foto mit dem Schullogo. Natürlich hat er Internet, auch hier.
Und Strom über einen Generator, den ich tuckern höre.
„Die Forellen in deinem „Buswasser“ waren zu listig für meinen Spinner“, ich deute auf meine Kleinangel.
Mikael lacht.
Ich fülle meinen Trinkwassevorrat auf mit köstlichem Bergseewasser, das er in einer Leitung zum Haus herunterführte.
Trinke mich satt.
Wir verabschieden uns, ich wünsche Mikael einen schönen Geburtstag.
„Du musst aber auch nochmal vorbeikommen, bevor du 70 wirst…“, höre ich ihn rufen.
Wir lachen beide herzlich.
Einen Kilometer von Mikaels Haus entfernt kreuzt ein Bach die Straße.
Fünf Würfe, fünf Forellen.
Hat Michael gezaubert?…

Nach dem Angeln sehe ich Im Moor neben der Straße Multbeeren. Davon mache ich Marmelade als Geschenk für Zuhause…

Ein anderer „alter Bekannter“ ist Bjørn, der Kolonialwarenkaufmann von Skaidi, der mir vor 7 Jahren erklärte, wieso man in seinem Laden – wie heute noch immer – auch nur zu einem Drittel gefüllte Cognacflaschen erwerben kann (Buch S. 132).
Seine Frau(?), die im Geschäft mitarbeitet staunt, als ich ihm die ihn betreffende Seite im Buch vorlese.
„Mensch Bjørn, du wirst nochmal ganz berühmt“, höre ich sie kommentieren.
Wir machen besonders gestellt, „alkoholisierte“ Fotos, ohne einen Tropfen Alkohol in den angebrochen wirkenden Flaschen.

Ich decke mich mit Proviant ein und erfahre von einem Campingplatz in 4 km Entfernung.

Eigentlich wollte ich in Alta ausruhen, Strom laden, waschen usw.
Durch die nächtliche Ankunft und frühe Weiterfahrt unmöglich.
In Skaidi angekommen, telefoniere ich zunächst mit Balance, meiner Radlerwerkstatt und versuche erfolgreich die durch die Extremumstände schwergängig gewordene Nabenschaltung zu lockern.
Nach 2 Stunden geht es zu einem Jugendcamp, einem besonderen Campingplatz bei Skaidi, wo ich Spaghetti aufwärmen, Elektronik aufladen, Forellen Braten, Wäsche waschen und trocknen, Multbeermarmelade machen, schreiben kann. Früh soll es weitergehen, Richtung Nordkap…

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Ergänzungsbilder:

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