Tjøtta-Alderslund 144 km

Heute habe ich nur die Strecke bis Alderslund vor mir. Ein Kletteranstieg über viele hundert Meter mehre Tunneldurchfahrten von etwa 3km.
Es hat so geregnet, dass das Gras wie gemäht aussieht. Nein, es ist nur niedergelegt.
Typische Feldraingewächse. An der Helgelandsbroen(Brücke zum Helge(heiligen)Land) holen mich die Dänen an. Bergauf habe ich im Verhältnis zuviel Gepäck. Bergrunter kann ich sie mühelos abhängen. Sie wollen heute wohl nicht mehr über den Höhenzug.

Vor und auf der Fähre lerne ich Alois aus Süddeutschland kennen. Er bereist mit dem Motorrad die Welt. Er ist etwas jünger als ich, war bis vor kurzem REAKTORFAHRER (er fuhr die Energie der Kernkraftwerke hoch und runter).
Mit 58 stieg er aus. Endgültig. Will für ein Jahr durch Australien reisen. Demnächst.
Macht jetzt eine dreimonatige Nordeuropatour. Hat schon die Hälfte der Länder der Welt bereist. Ein sympathischer Typ.

Die Strecke verläuft jetzt parallel zu der vor 7 Jahren.
Wolken drücken sich an Berge. Beim Aufstieg Sichtweite von höchstens 30 m und, natürlich, Sprühberieselung. Kalt, besonders bei der Abfahrt. Unten am Fjord, deutlich wärmer.
Nach der 2. Tunneldurchfahrt will ich eine kleine Stärkungspause einlegen.
Da kommt ein etwas älteres Paar angefahren, um seinen Müll hier im Container zu entsorgen.
Gespräch. Viele Fragen. Man ist sich sympathisch.
Arnold und Åre können kaum fassen, dass ich so lange Etappen radle. Mein Buch hilft, das nachzuvollziehen. Als Arnold darin „Vi skall ikkje sova…“ entdeckt, singt er es mir sofort vor. Er singt es nochmals vor laufender Kamera.
Arnold ist Chemielehrer in Steinkjer gewesen. Seit 2 Jahren in Pension. Den Sommer verbringen beide hier in Nordsjona. In einem 100 Jahre alten, renovierten Holzhaus mit wunderbarer Aussicht auf den Fjord. Ich werde eingeladen und mit frisch gebackenem Brot verwöhnt.
Tusentakk!
Kaum fahre ich weiter beginnt es zu schütten. Aber wie!
Die nächsten 50 Kilometer lang.
Alderslund taucht ganz plötzlich auf. Ich glaubte noch 20 Kilometer weiterradeln zu müssen.
In der Campingrezeption entscheide ich mich für ein Motelzimmer und kann so das meiste trocknen, elektrische Geräte aufladen und mein Blog pflegen.
Die Einwohnerzahl des Ortes ist seit 7 Jahren stark gesunken. Die Jungen ziehen weg, weil sie hier keine Arbeit finden, erläutert mir der nette Campingwirt.

20130712-080352.jpg

20130712-080406.jpg

20130712-080422.jpg

20130712-080435.jpg

20130712-080459.jpg

20130712-080524.jpg

20130712-080556.jpg

20130712-080609.jpg

20130712-080623.jpg

20130712-080649.jpg

20130712-080714.jpg

20130712-080727.jpg

20130712-080746.jpg

20130712-080825.jpg

20130712-080843.jpg

20130712-080859.jpg

20130712-081023.jpg

20130712-081048.jpg

20130712-081115.jpg
Video: Gesang